© Finn Anjes Edling

Inselkünstlerin

Franziska Klotz

Franziska Klotz wurde von dem Verein Sylter Kunstfreunde zur Inselmalerin 2023 auserwählt. Für die in Dresden geborene Künstlerin ist das Malen nicht einfach ein Medium oder eine Ausdrucksweise von vielen. Im Gegenteil. Für sie ist es das eine Medium, in das sie all ihre Energie, Zeit, ihr Herz und ihre Seele steckt. Mit ihrem Wissen und ihrer Expertise erforscht sie die Malerei in ihrer Fülle. Sie arbeitet "hands-on": mit ihren Fingern, ihren Handballen, sie reibt und schmiert, bringt wortwörlich ihre Energie und ihre Stimmung auf jedes einzelne ihrer Bilder.

Im Rahmen der Auszeichnung "Inselkünstlerin" zeigt Franziska Klotz die Aussellung "GiRLS" in der Stadtgalerie Alte Post, präsentiert durch die Sylter Kunstfreunde e.V. in Westerland. Geöffnet ist die Ausstellung vom 02. bis zum 30. September, Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr.

© Franziska Klotz

Gedanken von Franziska Klotz und Michael Wutz

Das Rauschen der Brandung schweigt sehr laut vom hektischen Alltag des Festlands.

Hatte man das Festland aber irgendwie doch verlassen, fand man sich auf einer Insel der Glückseligkeit der Unterhaltungsindustrie: Man entfloh dem Alltag, aber die Zerstreuungen waren nicht nur selbst industriell gefertigt, sondern lösten jene kurzweiligen Versprechen ein, die alltäglich gemacht, aber im Alltag niemals eingelöst werden.

Eine Insel ist eigentlich nur ein schroff vom umgebenden Raum abgegrenzter Innenraum. Sie ist wie geschaffen für das Gefängnis, die Quarantänestation, die Einsiedelei, die Plantage. Nach Foucault wäre sie eine Heterotopie, ein „anderer Ort mit Raum“. Das Schiff, die schwimmende Insel, gilt ihm als die Heterotopie „par excellence.“

Vielleicht ist das gemalte Bild auch ein solcher Ort. „Binnen un Buten“ verhalten sich zueinander wie „Schein und Sein“. Die Insel ist die Negation des Festlands, aber beides macht nur als Gegenteil zum jeweils anderen Sinn.

Die Foucaultschen Gegenräume als „andere Räume mit Ort“ gibt es nicht nur, wie z.B. das Narrenschiff als schwimmenden oder den Zauberberg als entrückten Ort außerhalb des gesellschaftlichen Raums, sondern auch fest in ihn eingebettet sind Museen, Kinos oder virtuelle Räume.

Die Porträts der Mädchen sind diesem virtuellen Raum entnommen. Sie sind nicht wirklich Porträts, sondern Porträts von Selbstporträts, die extra für eine ganz moderne Insel, den virtuellen Raum, geschaffen wurden. Dieser Raum der Selfies ist wie ein Spiegelkabinett. Da ist nicht nur der eine Spiegel, den man sich selbst vorhält, sondern Likes, Herzchen und Smilie, aber auch Disslikes und Bodyshaming verzerren das Selbstbild.

In Klotz Scheibenbildern sind diese einander ausschließenden Räume in einem Bildraum gemalt: farbige Linien und Texturen schaffen die Illusion von gesprungenem Glas. Allerdings ist dieses Glas nicht transparent: wie im Verhörzimmer muss die eine Seite, hinter der Leinwand, komplett dunkel sein, damit sich das atmosphärische Licht auf der anderen Seite spiegeln kann.

Aber das Spiegelbild des Betrachters fehlt. Klotz will also weniger einen ganz konkreten und besonderen Ort auf der Insel Sylt, sondern das Inselhafte selbst malen.

Franziska Klotz ergänzt die Körperlosigkeit dieser Räume mit Portraits adoleszenter Mädchen. In der Maskerade ihrer Selfies von der Norm abgekapselt, verpuppen sie ihre Körper zu Inseln im reglementierten Raum.

© Franziska Klotz

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